10 Prinzipien für ein zeitgemäßes Wirtschaften oder: ganzheitliche Wertschöpfung


Alexander Tornow hat uns den folgenden Artikel zur Verfügung gestellt, der sehr gut darstellt, worum es dieser Initiative geht. Daher keine langen Worte, und los geht´s:

Alexander Tornow

Alexander Tornow

Die Zeiten ändern sich immer schneller. Da wird es umso schwieriger, Relevantes rechtzeitig zu erkennen, richtig einzuschätzen und erfolgreich zu gestalten. Dadurch verstreichen Möglichkeiten und Potenziale bleiben ungenutzt, wodurch die Steuerungs- und Lebensfähigkeit von Organisationen bedroht wird. Daher braucht es neue Ansätze zum Umgang mit Komplexität und damit für das Wirtschaften an sich. Betrachten wir also nicht nur die betriebswirtschaftliche Seite einer Organisation, sondern ergänzen diese Sichtweise um eine soziale und funktionale Perspektive.

Ganzheitliche Wertschöpfung

Mit einfachen Prinzipien materielle und ideelle Werte schöpfen.

Ganzheitliche Wertschöpfung beginnt bei einem selbst. Die gesamte Gesellschaft funktioniert wie dieser (ihr) Organismus. Alles Leben besteht aus autonomen Teilen, die sich zum Wohle des Ganzen koordinieren. Auch Organisationen können als lebende Organismen begriffen werden. Darin liegt der Schlüssel für nachhaltiges Wirtschaften, ethisches Handeln, sinnerfüllte Mitarbeiter, zufriedene Kunden, effektive Strategien, Meistern von Komplexität, ideale Strukturen und funktionierende Organisationskulturen.

Doch wie bringt man eine Organisation als Ganzes zum Funktionieren? Das ist die Kernfrage, wenn ganzheitliche Wertschöpfung praktiziert werden soll. Dabei geht es um das Lenken auf einer höheren Denkebene. Führungskräfte spielen dabei eine Schlüsselrolle. Führung ist aber keine an Personen gekoppelte Aufgabe, sondern eine Systemfunktion einer dynamischen Ganzheit, die mit ihrer Umwelt vernetzt ist und sich ständig wandelt.

Die 10 Prinzipien – ganzheitliche Wertschöpfung ist:

  • nutzenorientiert
    Wertschöpfung hat immer einen Zweck. Wissen und Ressourcen sollen in Nutzen transformiert werden. Gewinne sind überlebenswichtig, aber kein Selbstzweck. Nur zufriedene Abnehmer sichern dauerhaft die Organisation und stellen Eigner und Mitarbeiter zufrieden.
  • sinnvoll
    Einen Nutzen erfüllen macht Sinn. Das schafft Vertrauen, die Basis von Interaktion. Das macht sich bemerkbar im Engagement der Mitarbeiter, macht selbstorganisierende Kräfte für die Organisation nutzbar und reduziert den Aufwand.
  • interaktionsorientiert
    Kommunikation schafft Klarheit. So können Interaktionen koordiniert und optimiert werden. Ganzheitliche Wertschöpfung legt einen Schwerpunkt auf die internen Interaktionswege und vermeidet Überlastung, Engpässe oder Unklarheiten.
  • werteorientiert
    Werte sind was wert. Einerseits materiell, andererseits ideell. Ganzheitliche Wertschöpfung verantwortet beides. Werte schaffen und Werte leben. Gelebte Werte bestimmen maßgeblich die Art und Weise des Handelns und definieren Ungewolltes. Das entlastet und eint die Organisation.
  • zielorientiert
    Die Welt ist voller Möglichkeiten. Die Fähigkeiten sie zu nutzen sind beschränkt. Daher sind Ziele notwendig, um vorhandene Kräfte sinnvoll einsetzen zu können.
  • stärkenorientiert
    Exzellenz kann nur dort erzielt werden, wo Stärken liegen. Mit der Konzentration auf Schwächen erreicht man lediglich Mittelmaß. Nachhaltig ist das uneinholbare Ausbauen der eigenen Stärken.
  • komplexitätsorientiert
    Zahlen und Formeln machen die Welt einfach. Sie können aber nicht alles erfassen. Erst recht keine Menschen. Daher wird nicht trivialisiert, sondern in Potentialen gedacht. Nur so findet man die richtigen Möglichkeiten.
  • lebensfähig
    Lebensfähig ist, was jetziges Handeln unter momentanen Bedingungen quasi für immer ausführen kann. Organisationen sollen ebenfalls unbegrenzt Leben. Dafür benötigen Sie Strukturen, sich Potenziale zu schaffen und zu erhalten. Um zu lernen und sich an Umweltbedingen anpassen zu können. Ganzheitlich Wertschöpfende stellen sicher, auch Morgen noch Geschäfte machen zu können.
  • ganzheitlich
    Organisationen sind in ihrer Umwelt eingebettet. Sie beziehen von dort sämtliche Ressourcen und finden nur dort ihre Abnehmer. Ganzheitliche Wertschöpfung betrachtet die gesamte Umwelt und definiert die nötigen Relevanzfilter für ein effektives und sinnvolles Wirtschaften.
  • nachhaltig
    Der erste Schritt in die Nachhaltigkeit ist Verantwortung für die Lebensfähigkeit einer Organisation. Wird der Zweck so erfüllt, dass es der relevanten Umwelt besser geht, geht’s es letztlich der Organisation besser. Nur Verantwortliche können so Möglichkeiten ausschöpfen, wirklich effektiven Umweltschutz zu betreiben.

Ganzheitliche Wertschöpfung basiert auf Erkenntnissen, die aus der Systemik, Kybernetik und Bionik gewonnen wurden. Die Systemik kann als die Wissenschaft vom Ganzen und Kybernetik als die Wissenschaft vom Funktionieren bezeichnet werden. Die Bionik lernt von Organismen, um komplexe Probleme zu lösen. Diese Prinzipien vereinen diese Kenntnisse und machen diese erfahrbar.

Kernthemen für ganzheitliche Wertschöpfung

Information und Kommunikation

Organisationskulturen lassen sich nicht erzeugen. Sie entstehen von selbst, als Folge durch zusammenwirkende Strukturen und Strategien, als Folge des Verhaltens des Einzelnen und der Wirkung des Einzelnen auf die anderen. Dazu bedarf es Wissen.

Wissen ist wichtiger als Geld. Wer Geld hat, weiß noch lange nicht, wie etwas funktioniert oder umzusetzen ist. Die Informationslage ist das Nervensystem und das Wissen das Rückgrat einer Organisation.

Doch Kommunikation allein reicht nicht. Entscheidend sind die Inhalte der Kommunikation: die relevanten Informationen. Dazu muss man wissen, dass man grundsätzlich zu wenig Informationen hat. Daher bedarf es einer Strategie, wie man die Informationsversorgung effektiv strukturiert. Denn für Kosten-optimale Zweckerfüllung ist es wichtig, dass jeder so rasch wie möglich das Richtige und Relevante erfährt. Das setzt ein solides gemeinsames Grundverständnis für das größere Ganze voraus. Dann wird nicht nur zusammengearbeitet, sondern zusammen geholfen!

Stärken- und Nutzenstrategie

Mit seinen Stärken Nutzen zu maximieren ist nicht nur effektiv, sondern auch eine nachhaltige Erfolgsstrategie.

Mit diesem Ansatz werden eigene Stärken gebündelt auf einen optimalen Kundennutzen gerichtet. Diese Strategie ist geeignet, Wettbewerbsvorteile zu gewinnen, neue Zielmärkte zu finden oder Nischen dauerhaft zu besetzen. Mit Konzentration, klaren Abläufen, den richtigen Kräften an den richtigen Stellen und strategischen Kooperationen wird das Kundenbedürfnis konstant befriedigt. Mehrere Rückkopplungsschleifen stellen den nötigen Input für Innovationen und nötigen Anpassungen sicher. So werden Sie zum Partner ihrer Zielgruppe, die ihnen wiederum wichtige Impulse geben. Eine Win-Win-Situation. Wir alle! Die Stärken- und Nutzenstrategie hat ihr Vorbild in der Natur. Sie ist einfach einzusetzen, da man die eigenen Stärken ja schon hat. Meist sind sie versteckt in Routinen, Prozessen und Abläufen, weswegen man sie häufig nicht auf Anhieb erkennt (Potentiale erkennen, z.B. via crealiity.com). Da hilft oft schon ein unabhängiger Blick von außen.

Ich habe ein Verfahren entwickelt, mit dem das ganzheitliche Wertschöpfen gelebt werden kann. Und zwar ohne, dass es der Organisation erklärt werden muss. Die Erfahrung zeigt, dass die Teilnehmer zusammen von selbst drauf kommen. Und es ermöglicht Organisationen, diese Prinzipien für sich mit dem eigenen Wissen und mit ihren eigenen Möglichkeiten zu erschließen. Ich habe das hier in dem Artikel gruppenbing – eine neue Moderationsmethode zur Entwicklung gemeinsamer Strategien und Lösungen in großen Gruppen schon kurz vorgestellt.

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Über Martin Bartonitz
Seit 21 Jahren beschäftigt mich das effiziente miteinander Arbeiten von Menschen. Zunehmend erkenne ich dabei die Vorteile des Kooperierens gegenüber dem des Konkurrierens und trete dafür ein. Sowohl auf der unternehmerischen als auch der gesellschaftlichen Ebene.

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