it-agile – arbeitest Du noch oder lebst schon?


Wir schreiben hier über den sich gerade vollziehenden Wandel unserer Firmenkulturen. Weil unsere organisatorischen Hierarchien mit einer Befehlsstruktur von oben nach unten in den heutigen volatilen Zeiten nicht mehr effektiv sind, gehen immer mehr Firmen dazu über, ein Zellenmodell zu nutzen. Zellen, die sich selbst organisieren und sich informativ mit den anderen austauschen. Ich hatte mal wieder Gelegenheit, mit elf Menschen einen Erfahrungsaustausch zu machen, die schon mitten drin sind, in diesem Wandel. Einer davon, Christian Dähn gab mir einen Einblick in seinen „Arbeitgeber“ it-agile GmbH, den ich hier mit euch teilen möchte.

Die in Hamburg und München angesiedelte it-agile berät und unterstützt Firmen, auf agile Projektmanagementmethoden umzustellen. Darüber hinaus bauen sie aber auch selbst genau in dieser Weise für sie Software, getreu dem Motto “Eat your own dogfood”. Und für die Mitarbeiter ist das Agile genauso das eigene Programm:

Transparenz: sämtliche Firmendaten sind für alle Mitarbeitern zugänglich, jeder Umsatz und jede Ausgabe, bis hin zum Gehalt.

Augenhöhe: die derzeit 35 Mitarbeiter sind über eine Beteiligungsgesellschaft selbst Mitgesellschafter.

Entscheidungen: werden in den Teams von 2 bis 10 im Konsent (nicht Konsens!) getroffen, übergreifende Themen werden in Vollversammlungen. Eine der Herausforderungen ist schon die Verteilung der Teammitglieder auf zwei Standorte.

Strategieentwicklung: Strategien werden durch Delegierte mit repräsentativem Mandat entwickelt.

Gehälter: werden in Peer-Groups bestimmt. Es gibt Gehaltsstrukturen, die sich an der Menge des einsetzbaren Wissens orientieren. Entscheidend sind zudem die erzielten Ergebnisse, nicht die „abgesessenen“ Stunden.

Der Geschäftsführer Henning Wolf erklärt, wie die Selbstorganisation in der it-agile funktioniert und dabei seine Rolle aussieht (weitere Details im Profil auf intrinsify.me):


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Der eingangs erwähnte Christian Dähn schrieb hier über seine Einstiegserfahrungen bei it-agile: Lebst du schon oder arbeitest du noch?

Daraus ein kurzer Auszug:

Der erste Eindruck war: wow! Offenheit und Transparenz so weit das Auge reicht. Alle Inhalte für jeden und von überall zugänglich, selbst die Dinge die anderswo wie Staatsgeheimnisse gehütet werden und nur von der Geschäftsführung eingesehen werden dürfen. Es schien so, als wenn sich der Eindruck bestätigen sollte, den mir Jens bei unserem ersten Gespräch über die Firma vermittelt hatte. Ich war überaus positiv gestimmt und konnte es nicht erwarten, mehr zu erleben.

Die erste Firma, auf die ich aufmerksam wurde und weshalb ich den folgenden Artikel schrieb, war die brasilianische Semco:
Wahnsinn, Utopie oder einfach nur die zukünftige Art der Firmenführung

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Über Martin Bartonitz
Seit 21 Jahren beschäftigt mich das effiziente miteinander Arbeiten von Menschen. Zunehmend erkenne ich dabei die Vorteile des Kooperierens gegenüber dem des Konkurrierens und trete dafür ein. Sowohl auf der unternehmerischen als auch der gesellschaftlichen Ebene.

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