Nachlese zum 8. Wevent von intrinsfy!me


Mark Poppenborg

Ich hatte die Firma intrinsify!me vor ca. 4 Monaten auf meiner Suche nach schon anders wirtschaftenden Firmen gefunden. Die Gründer Mark Poppenborg und Dr. Lars Vollmer beraten Firmen, u.a. wie sie eine kollaborativere Kultur entwickeln können, in der Menschen nicht demotiviert sondern intrinsisch motiviert sein werden (siehe X-Y-Theorie). Happy working people ist daher ihr Slogan und Programm.

Mark und Lars trommeln seit 2 Jahren regelmäßig zu einem Treffen Gleichgesinnter zusammen, so genannte Stypes, stehend für S-Typ mit S=Selbstbestimmt und Sinngetrieben. Der Name Wevent, war wohl mal ein Schreibfehler, wurde dann aber als Markenname für dieses Event belassen.

Dr. Lars Vollmer

Ich war an diesem Wochenende in Berlin das erste Mal mit dabei. War schon das 7. Treffen mit 18 Teilnehmern gut besucht, so war eine Dopplung auf 36 ein richtig gutes Zeichen für das Interesse an einem Kulturwandel in Unternehmen. Weg von einer rein hierarchischen Führung a lá Befehl und Gehorsam hin zu mehr Selbstorganisation.

Eingeladen hatten die hhpberlin in ihren Räume. Die hhpberlin ist eine der Vorreiter des anderen Wirtschaftens. Erst 5 Jahre alt, beschäftig das unternehmen inzwischen über 150 Mitarbeiter, die im Umfeld des Brandschutzes beraten. Der Erfolg zeigt sich in der schnell gesicherten Marktführerschaft: der Zweitplatzierte hat nur einen halb so hohen Umsatz. Weitere Details zur hhpberlin werden im Laufe der Woche noch in einem eigenen Artikel kommen.

Zum Kennenlernen und Netzwerken ging es am Freitagabend um 19h beim Essen los. Wir waren die Letzten, die das Lokal verließen, so spannend waren die Gespräche. Ich bin zusammen mit Alexander Tornow hingegangen, der uns schon 2 Artikel (1,2) für die Initiative zur Verfügung gestellt hatte. Auch Ardalan Alexander Ibrahim, Initiator der Initiative qualitative Marktwirtschaft konnte ich so das erste Mal persönlich begrüßen.

Am Samstagmorgen ging es schon zeitig um 9 Uhr los. Mark erklärte zunächst die Vision der intrisify!me GmbH, möglichst viele der zur Zeit 80% „abhängenden“ Menschen in den Unternehmen zu mehr Freude durch Sinn-gekoppeltes Arbeiten zu bringen. Die Wevents seien dabei eine Plattform, damit Menschen mit den gleichen Visionen und Zielen sich verstärkend austauschen können. Klar, dass ich auch unser Initiative Wirtschaftsdemokratie als eine offline basierte Austauschplattform hier bekannt machte.

Anschließend hat Lars Themen für die anstehenden Open Spaces gesammelt. Da jeder mit Fragen als auch Erfahrungen hergekommen ist, standen die insgesamt 20 Open Spaces fest. In vier Runden wurden jeweils eine Stunde lang 5 Gruppenarbeiten durchgeführt. Geführt wurde seitens des Themengebers. Die Interessierten konnten in der Zeit die Open Spaces wechseln.

Mich selbst hatte das Thema interessiert, wie Menschen ihre eigenen Potentiale erkennen. Das Fazit hier war, dass ein Selbsterkennen sehr schwer ist und unbedingt das Feedback Anderer braucht. Ein Verfahren ist das sich Ausprobieren in unterschiedlichen in unterschiedlichen Tätigkeiten. Dies benötige allerdings einen gewissen Mut, denn jeder Wechsel aus der Komfortzone bedeute große Unsicherheit.

Ein Teilnehmer erzählte, dass er das sich Ausprobieren täglich als Spiel mache. Dabei ginge er immer das Risiko ein, dass das Ergebnis Schmerzen könne. Als Beispiel führte er an, dass er beim Betreten der Labors, die er führe, immer irgendeinen Unsinn anstelle. Sei es, dass er laut über etwas schimpfte, was gerade überhaupt nicht relevant ist, um dann drüber zu lachen. Oder er sang laut schief. Seine Erfahrung war, dass seine Mitarbeiter in der Regel durch das „Lausbubenhafte“ ihm leichter vertrauten.

Am Ende dieses ersten Arbeitstages sind wir wieder gemeinsam zum Essen gegangen. Und wie es der Zufall will, hatte ich mich neben Gilbert gesetzt. Er erzählte mit, dass er vor einiger Zeit auf meinem Blog Faszination Mensch gelandet war und er sich nach der Lektüre einiger meiner Artikel gewünscht hatte, sich einmal mit mir für einen Gedankenaustausch zu treffen. Was wir dann auch ausführlich taten.

Am zweiten Tag wurden zu den noch restlichen Themen des vorherigen Tages neue hinzugenommen, die sich aus den bisherigen Gesprächen ergeben hatten. Und dann ging es nochmals in die 4 Runden der Open Spaces.

Damit dieser Artikel, der eh schon wieder für einen Blog-Post viel zu lang wurde, nun zum Ende kommt, nur noch eines, was mir gut gefiel:
Alle Teilnehmer hatten sich „getaggt“, sprich sie hatten neben ihrem Vornamen auch jene Themen auf einen Klebestreifen geklebt, zu denen sie gerne angesprochen werden wollten. Damit konnten sich die potentiell noch Gleichgesinnteren schnell finden, aber sonst schnell in ein Gespräch kommen.

Fazit:

Das Wevent war für mich eines der spannendsten und intensivsten Veranstaltungen, die ich bisher besucht habe. Ich werden wieder dabei sein wollen.
Sicherlich haben die funktionalen Räume der hhpberlin die passende Infrastruktur geboten. Aber viel wichtiger war es, so vielen Menschen begegnen zu können, die zwar mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen, aber immer mit Blick auf eine Transformation von Unternehmen weg von der industriell geprägten Denk- und Handelsweise hin zu einem Denken des Unternehmens als ein sich in höchstem Maße selbstorganisierendes Unternehmen. In dem durch Nutzung möglichst vieler Potentiale der einzelnen Mitglieder das Arbeiten Freude macht.

Und unterm Strich damit auch allen anderen Stakeholdern Freude bereiten wird.

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Über Martin Bartonitz
Seit 21 Jahren beschäftigt mich das effiziente miteinander Arbeiten von Menschen. Zunehmend erkenne ich dabei die Vorteile des Kooperierens gegenüber dem des Konkurrierens und trete dafür ein. Sowohl auf der unternehmerischen als auch der gesellschaftlichen Ebene.

5 Responses to Nachlese zum 8. Wevent von intrinsfy!me

  1. intrinsifyme says:

    Danke für die schöne Nachlese Martin. Hoffe wir sehen uns beim nächsten Wevent im Februar wieder.

    • Wenn es sich einrichten lässt, bin ich gerne dabei. Mike Raven erwähnte, dass er die Geschäftsräume der agentur für kommunikation in Hanau zur Verfügung stellen wollt? VG Martin

      • Mike Raven says:

        Jawohl. Und vor allem eine wunderbare Location zum Arbeiten und feiern: Die Barbizz Lounge (http://www.barbizz-lounge.de)

  2. Pingback: Nachlese zum 8. Wevent von intrinsfy!me « Der Mensch – das faszinierende Wesen

  3. Gilbert Oltmanns says:

    Hallo Martin!
    Dem schließe ich mich an.
    Ich habe mich sehr gefreut, Dich kennen zu lernen,
    Dich zu treffen ohne zu suchen,
    intrinsijy.me entdeckt zu haben.
    Das Wochenende war sehr gut für mich.
    Soviel Neues, Anderes, Witziges, Neugierig machendes,….

    Ich bin, falls mir der Himmel nicht auf den Kopf fällt, im Febraur dabei.
    Lg
    Gilbert

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