Buchempfehlung: Selbstwertbasiertes Führen in Unternehmen


Dass wir im Kontext von Führung uns selbst viel mehr von unserer Intuition, also unserem Bauchgefühl führen lassen sollen, davon hat schon Dr. Andreas Zeuch in seinem Buch Feel it!: So viel Intuition verträgt Ihr Unternehmen beeindruckend geschreiben.

Nun ist ein weiteres Buch auf den Markt gekommen, dass sich dem Thema ebenfalls angenommen hat:

NEUE FÜHRUNGSKOMPETENZ: Selbstwertbasiertes Führen in Unternehmen, geschrieben von Martin Mourier.

Der CEO von LEGO Systems Group schreibt dazu:

„Dieses Buch »Neue Führungskompetenz« hat mir einen riesigen Dienst erwiesen und wird ihn noch vielen anderen Führungskräften erweisen.“ Jørgen Vig Knudstorp (CEO LEGO Group) Das Buch handelt von dem Zugang zu einem Sinn und einem Engagement, die tiefer gehen und schöpferischer sind als das, womit wir uns beim Führen bis dato begnügt haben. Führungskräfte können die Motivationsaufgabe nicht mehr bewältigen, ohne über ihr Gefühl zu arbeiten. Führen wird heute aufgrund der Vorstellung, dass es von Gefühl und Selbstwert getrennt werden könnte, als zwiespältig erlebt. Viele Führungskräfte führen einen verbissenen Kampf, um sich selbst und ihrer Umgebung vorzumachen, dass sie Gefühle aus der professionellen Arbeitsbeziehung heraushalten könnten. Auf der anderen Seite erleben wir Menschen, die das Persönliche und die Beziehung gewollt oder ungewollt vermischen. Das alles erleben Mitarbeiter und Führungskräfte täglich. Gute Führung bedeutet heute immer mehr, den fühlenden Menschen in uns selbst und im anderen wahr zu nehmen. Es geht darum, entwicklungsfähige Beziehungsmuster zu schaffen, weil die Qualität der Beziehung für die Entwicklung des Selbstwerts und der Selbstwirksamkeit entscheidend ist. Wenn solche Bemühungen vernachlässigt werden, hat das immer hohe Kosten zur Folge – Kosten wie den Verlust an Gleichgewicht, Motivation, Verantwortlichkeit und Handlungskraft.

Ein anderer Rezensor:

Ich habe jede Seite mit Wonne und Begeisterung gelesen. Martin Mourier beschreibt wie wichtig und an der Zeit es ist, dass wir uns auf uns selbst besinnen, unsere Gefühle und Bedürfnisse wahr und ernst nehmen und die Ursache unseres Handelns mehr ins Bewusstsein und in unsere Verantwortung nehmen. Dies ist die Voraussetzung für die Gestaltung authentischer, kooperativer Beziehungen in Gleichwürdigkeit durch die schöpferisches Handeln möglich wird.

Und auf familylab.de (vom 2.1.2012) dazu gfunden:

Es gibt Menschen, die an der Führung sind, und es gibt Menschen, die führen. Führungsmenschen haben eine Position, die mit Macht und Autorität ausgestattet ist. Aber Menschen, die wirklich führen, inspirieren uns! Solchen Führungspersönlichkeiten und Organisationen folgen wir nicht, weil wir müssen, sondern weil wir wollen. Wir folgen ihnen nicht um ihretwillen, sondern um unseretwillen. Dabei gibt es nicht den einen oder den besten Führungsstil für alle Situationen und alle Menschen. Gute Führung ist immer situativ und individuell. Das ist so in Familien, in denen sich die Familienmitglieder wohl fühlen, und das ist im Betrieb nicht anders. Menschen wollen sich wertvoll fühlen und wertvoll sein. Dafür zu sorgen, ist ein Merkmal neuer Führungskompetenz.

Und ein Blick in das Buch!

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Über Martin Bartonitz
Seit 21 Jahren beschäftigt mich das effiziente miteinander Arbeiten von Menschen. Zunehmend erkenne ich dabei die Vorteile des Kooperierens gegenüber dem des Konkurrierens und trete dafür ein. Sowohl auf der unternehmerischen als auch der gesellschaftlichen Ebene.

5 Responses to Buchempfehlung: Selbstwertbasiertes Führen in Unternehmen

  1. Es ist ein Teil unserer Kultur, Intellekt und Gefühl zu trennen. Die Erkenntnis zu implantieren, dass diese Trennung künstlich ist, wir als Menschen eine Ganzheit sind, bedingt einen kulturellen Wandel. Was entsprechend intensive Widerstände bedingt. Die überwunden werden können. Wenn der Kultur-Aspekt bedacht wird.
    Aus meiner Perspektive als Sozialwissenschaftler, Historiker und Pädagoge zum Thema eine Empfehlung zu einem Buch, das ich für zielführend halte:
    Luc Ciompi und Elke Endert. Gefühle machen Geschichte: Die Wirkung kollektiver Emotionen – von Hitler bis Obama. Göttingen 2011.
    Wenn gewünscht, kann ich einen Erstbeitrag in diesem Blog gern als Buchbesprechung dieses für mich hervorragenden Buchs schreiben.

  2. Eine Buchbesprechung dazu wäre sicher interessant. Geht es dabei auch um die Erkenntnis, warum Intellekt und Gefühl getrennt wurden?
    VG Martin Bartonitz

  3. Wertschaffende sind einzeln und kollektiv durchaus bereit, ihr Verhalten an die Notwendigkeiten des Marktes anzupassen, wenn sie ihre persönlichen Ziele so mit weniger Mühen erreichen – solange sie noch engagiert sind. Wer sie dagegen so misshandelt, dass sie innerlich kündigen, der verliert das natürlich, der muß sie zwingen, verführen, täuschen und manipulieren – und sie merken es doch,

    Teamarbeit mit Engagement im Miteinander auf allen Leitungsebenen ist effizienter als innerbetriebliche Planwirtschaft.

    So schrieb Wolfgang Horn gerade in der Xing-Gruppe Moderne und förderliche Unternehmenskultur in: Innerbetriebliche Planwirtschaft? Nein Danke!

  4. Sehr geehrter Herr Dr. Bartonitz,

    bitte bedenken Sie auch die Effiienz des Führungsvorganges!

    „Erfolgreich ist der Mensch, wenn er bei 100 Entscheidungen 51mal das Richtige trifft.“ (John Pierpont Morgan, Banker)
    „Die Kunst des Managements besteht ohnehin darin, mit weniger Wissen, als es die Mitarbeiter haben, diese zu führen.“ (Bernd Pischetsrieder, Ex-BMW)

    Hinzu kommt: Wer beide Voraussetzungen für Erfolg im Wettbewerb des Marktes bereits erfüllt – da kommt es dann noch auf die Zügigkeit der Umsetzung der Entscheidungen an.

    Dazu wiederum braucht es Kommunikation mit Begriffen – und begriffliches Denken. Und zwar im Team.

    Dazu benutzen wir besser alle unsere Fähigkeiten – und besser im Miteinander.

    Ciao
    Wolfgang Horn

  5. Herr Horn hatte zu dem obigen Artikel noch wie folgt weiter auf Xing geantwortet, was ich gerne noch als weiteren Denkanstoß anfügen möchten:

    Aus Ihrem Blog: „Dass wir im Kontext von Führung uns selbst viel mehr von unserer Intuition, also unserem Bauchgefühl führen lassen sollen, davon hat schon Dr. Andreas Zeuch in seinem Buch Feel it!: So viel Intuition verträgt Ihr Unternehmen beeindruckend geschreiben.“

    Da hat er zu einem guten Teil nicht unrecht, aber ich habe da eine echte Besserwisserei. Auch noch eine, die wirklich besser ist und nützlicher.

    Und zwar die bisher durchaus akzeptierte These: Sigmund Freud hat im Abendland die heutige Vorstellung von „das Unbewusste“ geprägt, als wäre dies eine Art böser Dämon. Er erklärte sinngemäß: „Reif ist eine Person dann, wenn sie die Triebe und Impulse aus ihrem Unterbewußtsein beherrscht“.

    Bei diesen Worten sehe ich den Menschen mit einer Art Zwinger im Kopf, und in diesem eine Horrorfigur, die ihre Zähne fletscht.

    Die Formulierungen zum Buch klingen so, wie ich viele Personen reden höre un selbst mal geredet habe von „mein Bauchgefühl“ oder „mein gesunder Menschenverstand“: Wer „meine Intuition“ sagt, bekundet einen Anspruch auf Herrschaft, behandelt diese aber auch so, als wäre sie eine Art Gegenstand, sogar eine Art „Engel“ in uns, das Gegenteil eines Dämons. Diese Behandlung ist nicht gut.

    So kompliziert kann die Evolution aber nicht gewesen sein. Sondern, was immer in ihr die Rate der überlebenden Kinder erhöhte, das trugen die mit sich und verbreiteten es. Was die Rate senkte, das vernichtete sich selbst.

    Von daher – was immer wir „Bauchgefühl“ nennen oder „der Dämon in uns“, es ist entweder eine Einbildung – oder hat der Menschheit geholfen, sich gegen ihre Konkurrenz durchzusetzen.
    Es kann nicht schlecht sein!

    Sondern, Herr Dr. Bartonitz, wenn wir die Frage „wie funktioniert eine Entscheidung in meinem Gehirn?“ ernsthaft beantworten, dann kommen wir auf ein Modell mit einem Prozess, einem Gedächtnis und dessen Inhalten.

    „Im Grunde sind alle Modelle falsch, aber manche sind nützlich.“ (George Box)

    Dies Modell ist auch falsch, aber nützlicher.

    Wenn wir diese Inhalte dann auch noch willkürlich sortieren nach den drei Dimensionen
    1. Bedeutung, wobei wir diejenigen Gedanken intensiver spüren, die wir selbst für wichtiger halten,
    2. Dringlichkeit,
    3., und hier kommt der Trick: Belegbarkeit aus der Sicht unseres Zuhörers oder Lesers,

    dann brauchen wir kein „Unterbewußtsein“ mehr! Sondern dann erkennen wir: Unsere Fähigkeit der Konzentration auf das Wichtige hat eine gewünschte Nebenwirkung: Die Vernachlässigung des Belanglosen.
    Danach haben Sie, Herr Dr. Bartonitz, kein „mein Unbewusstes“, sondern werten die Inhalte Ihres Gedächtnis nur zwckmäßig! Natürlich gilt für alle von uns: „Errare humanum est“, beispielsweise ist meine Steuerklärung wichtiger, als ich mir das wünsche.

    Das war „Ghost Buster“ nicht nur gegen den angeblich bösen Dämon, sondern auch für den angeblich „guten Engel“ in uns.

    Wozu so kompliziert denken? Ist doch alles viel einfacher! Sie sind all das selbst. Die Inhalte Ihres Gedächtnisses sind weder „gut“ noch „böse“, sondern zum Teil angeboren, zum Teil gesammelte Lebenserfahrung, zum Teil angelesen und selbst erfunden.

    Aber wer seine Gedächtnisinhalte wertet, der behandelt sie entsprechend. Wer den Wunsch nach dem nächsten Atemzug „böse“ nennt und sich verkneift, der erlebt dessen Wachsen mit immer schlimmeren Schmerzen, bis er, sein Zwerchfell, den Mund mit Gewalt öffnet. (Könnte man sich selbst umbringen durch reines Anhalten des Atems, würden sich nicht so viele so schrecklich vom Hochhaus stürzen müssen.)

    Dies „gute Bauchgefühl“ – das sind Sie selbst! Genauso, wie „mein linker Arm“ auch zu Ihnen gehört.

    Aber: Dies „Bauchgefühl“ ist in unserem Gehirn anders kodiert als die Begriffe, die in ihm ständig zu plappern scheinen.
    Dies „Bauchgefühl“, dies „Handeln nach Gefühl“ – und nach Träumen – ist älter als die Menschheit. Wohl alle Primaten entscheiden danach. Unsere Urahnen haben die begriffliche Sprache und das begriffliche Denken erfunden, ein gigantischer Vorteil.

    Aber – mein Motto „Miteinander“ – all das in uns sollte nicht so spastisch gehandbhabt werden wie ein Spastiker seinen linken Arm, der ihm wie ein böser Gegner vorkommt und alles Porzellan zertöppert.
    Sondern im Miteinander, wie es in der Evolution gewachsen ist.

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