Filter Bubble. Wie wir im Internet entmündigt werden.


Liebe Leserinnen und Leser!

Pariser 2012 - Filter Bubble_kleinEuch allen wünsche ich noch ein tolles neues Jahr: Gesundheit, viel zu Lachen, Erfolg und mögen alle Eure Wünsche in Erfüllung gehen.

Zum Jahresbeginn habe ich pünktlich ein tolles Buch für Euch rezensiert: „Filter Bubble“ von Eli Pariser. Über das Phänomen der Personalisierung war ich schon informiert, aber nicht, wie weit das Ganze bereits geht, was noch auf uns zukommt und vor allem: nicht über die weitreichenden Konsequenzen, die sogar in letzter Instanz unsere Demokratie bedrohen. Und zwar ganz handfest. Vielleicht nicht morgen oder übermorgen, aber in nicht allzuferner Zukunft. Es gilt dagegen zu halten. Deshalb sollten möglichst viele Menschen das Buch gelesen haben und Ihr Verhalten und Denken ändern.

Herzlich,

Andreas

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Über Dr. Andreas Zeuch
Ich begleite als Berater, Trainer und Coach (Non)Profitorganisationen auf dem Weg zu mehr Mit- und Selbstbestimmung. Mein aktuelles Buch (09_2015): Alle Macht für niemand. Aufbruch der Unternehmensdemokraten.) Blogs: http://www.unternehmensdemokraten.de | http://www.zeuchsbuchtipps.de Twitter: @zeuch FB: https://www.facebook.com/unternehmensdemokraten

6 Responses to Filter Bubble. Wie wir im Internet entmündigt werden.

  1. Danke Andreas,
    dass Du das hier ansprichst. Und es gilt wieder „Wissen ist macht“. Nicht umsonst hat Marx dazu formuliert, dass die „herrschende Meinung die Meinung der Herrschenden“ ist, denn sie sorgen dafür, was das Volk wissen sollte und was nicht. Und wenn das Volk viele wichtige Dinge nicht erfährt, ist es leichter von dem zu übrzeugen, was die Herrschenden gerade wollen.
    Dass das Zurückhalten von Wissen auch extrem gefährlich ist, das erklärt auch Michael Schmidt-Salomon in seiner 6€-Streitschrift Keine Macht den Doofen!: Eine Streitschrift und formulierte den Marx-Spruch um in „Die herrschende Dummheit ist die Dummheit der Herrschenden.
    Unsere Medien verunglimpfen Staaten, dei Internetzensur betreiben, verschweigen aber gleichzeitig, dass ausgerechnet wichtige Links auf Texte von diesen Staaten hier bei uns nicht zugänglich sind. Von Meinungsfreiheit immer weniger eine Spur?
    Goethe, der es Faust-dick hinter den Ohren hatte, weil er so viel durchschaute, wusste: „Wer in der Demokratie nicht wachsam ist, wacht in der Diktatur auf.“
    Das gilt in der Politik genauso wie in den Unternehmen …
    Herzlich, Martin

  2. Filtermechanismen = Informationsverteilung ohne Transparenz für die Nutzer
    Filtermenschanismus bei Googe: Logarythmen, also mathematisch
    Was ist hier zu tun?
    – Transparenz der Logarythmen
    – das in internationales Recht implantierte Recht jedes Nutzers
    Filter-logarythmenfrei googeln zu können
    Und wie ist es, wenn das „Filtern“ direkt und verdeckt intransparent über Menschen läuft?
    Wie ist das zu bewerten?
    Eine theoretische und hypothetische Frage?
    Falsch!!!
    Exakt so läuft „Liquid Democracy“ bei der Piratenpartei.
    Segeln unter nicht nur falscher Flagge – der exakte diametral entgegengesetzen Flagge.
    Ich bin seit gut zwei Jahren in der Piratenpartei.
    Hab mir das von Innen angesehen, analysiert und verifiziert.
    Und veröffentlicht.
    „Offizielle“ Reaktionen aus der Piratenpartei?
    Drohungen, Versuche von Nötigung.
    Keine juristische Aktion. Denn das implizierte in der Konsequenz: Transparenz.
    Wie ist meine Bewertung?
    Piratenpartei Deutschland: Digital-Faschismus.
    Aus dieser Perspektive:
    Bekommt Vieles nicht Sinn, was da medial über interne Querelen, Rechtsextremismus und fehlende Inhalte etc. vermittelt wurde und wird?
    Es geht der intransparenten faschistischen Piraten-Oligarchie um persönliche Macht und Moneten. „Verantwortung“ – aber keine Verantwortlichkeit. Das bekannte Muster. Historisch immer wiederkehrend, auch in der deutschen Zeitgeschichte vor und nach 1945.
    Die Landtagsfraktionen der Piratenpartei in Berlin und NRW z.B.:
    Was ist auch nur eine konkrete zielführende politische Initiative im Sinne der vorgeblichen Piratenziele?
    Es gibt keine.
    Meine herzliche sehr Ernst gemeinte Bitte:
    Im Sinne von Kants „Sampere aude!“ beobachten, analysieren und verifizieren.
    Und digital veröffentlichen. Das demokratische Potential der Digitalität nutzen.
    Die Piratenpartei nutzt das Umwissen der Chancen der Digitalität in Gesellschaft, Justiz, Politik und Medien zur schleichenden Unterwanderung und Aushöhlung unseres demokratischen Rechtsstaates. Die Piratenpartei, ihre Oligarchie, ist verfassungsfeindlich. Und auch aus dieser – neuen – Richtung müssen wir uns beizeiten dagegen zur Wehr setzen.
    Nie wieder Faschismus – an der Macht!
    „Keine Toleranz der Intoleranz. “ Karl Popper

  3. Herr Klouten,
    Ihre These, dass die Piraten Digital-Faschisten seien, habe ich mit Ihrer Darstellung noch nicht erkennen können. Was genau ist bei den Piraten der faschistische Zug?
    Viele Grüße
    Martin Bartonitz

    • An einem konkreten exakt so gewesenem Beispiel:
      Stellen Sie sich vor, Sie sind Mitglied der Piratenpartei – nicht ich. Aktiv, aber in keine „Netzwerke“ eingebunden. Sie entscheiden sich bei einem Landesparteitag für eine Vorstandsposition zu kandidieren. Dazu gibt es dann ein internes Piraten-Landesparteitags-Wiki, in dem Kandidaten ihr Foto und eine Vita in Verbindung mit Inhaltlichem einstellen können. Exakt das macht dieses Mitglied. Der Eintrag ist im Wiki. Dann auf einmal umgehend gelöscht. Bleibt auch bis nach dem Landesparteitag trotz aller Bemühungen des Mitgliedes gelöscht. Da das so ist, hat das Mitglied keine Chance bei dem Landesparteitag gewählt zu werden. Denn es ist als Kandidat nicht digital präsent, was in der Piratenpartei Bedingung für eine – erfolgreiche – Kandidatur ist.
      Ist das verständlich?
      Wenn Sie Piraten-Landesvorsitzender wären, und lesen als Tatsachenbehauptung das, was ich auf http://www.buergerstimme.com, hier vorher und nun hier schrieb: Was wäre ihre Reaktion? Und was schliessen Sie daraus, dass außer Drohungen nichts kam?

      • Danke für die weiter Erklärung!

  4. Falls unsere Netze nicht manipuliert würden:

    … Chris Cox, der Produkt-Vizepräsident von Facebook, sagte dazu: „Wir wollen jedem die gleiche Macht geben, eine Botschaft zu verbreiten, wie sie bisher die Massenmedien besaßen. Das Machtgefälle ist eingeebnet, weil Facebook neutral alle Botschaften als ähnlich behandelt. Jetzt haben wir statt Bürokratien und Märkten Netzwerke, das hilft uns an komplexen Aufgaben zusammenzuarbeiten, aber es zerstört auch die Macht der Elite, zu bestimmen, wer Gehör findet.“ (Der Facebook-Effekt: Hinter den Kulissen des Internet-Giganten, 2011)

    Das klingt klar, wird in der Praxis aber noch durch kommerzielle Eigeninteressen von Facebook sowie durch die Zensurpolitik, bestimmte Links zu unterdrücken, unterlaufen. Es gibt eine Freiheit der Informationen, die nur durch die strategische Vernetzung von diesen aufrecht gehalten werden kann. Wenn Alle freien Zugang zu Informationen haben, zensiert jeder eigentlich nur noch sich selbst, in dem Maße, wie er sich vor gesundem Menschenverstand und der Wahrheit fürchtet, zu der ihn dieser zwangsläufig führt.

    Insofern wachsen die Menschen über sich hinaus, sobald sie lernen, sich der Totalität des Seins, dem Dasein in seiner ganzen Komplexität und Informationsdichte lernen furchtlos zu stellen. Jede Entscheidung, eine Information zu verarbeiten oder nicht, setzt einen bewussten Willensakt voraus. Dieser wiederum bildet die Basis für das potentiell mögliche magische Denken. Aber um sich der Komplexität des Seins und der Informationen wirklich stellen zu können, bedarf es zuerst einer Generation von Menschen mit einer vollständigen geistigen Unabhängigkeit. …

    Gefunden auf The Intelligence: Netzwerk- und Gruppenarbeit als die kommende Kunst des Lebens

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