historische Beispiele für mehr Menschlichkeit zur Erhöhung von Produktivität …


Sklave: unwirtschaftlicher Mitarbeiter

Sklave: unwirtschaftlicher Mitarbeiter (Quelle: Wikipedia)

Wenn man sich so den Lauf der Aufklärung bis heute anschaut, so haben sich viele positive Dinge für uns Menschen ergeben. Auf den ersten Blick sieht es danach aus, dass wir aus humanistischen Gründen handeln. Auf den zweiten Blick ist auch immer der wirtschaftliche Nutzen als Beweggrund erkennbar.

Schauen wir uns als erstes Beispiel die Abschaffung der Sklavenhaltung an. Der Sklave galt als von Natur aus faul. Laut Aristoteles war er nur ein Werkzeug, wenn auch ein Gehorsamvorauseilender und damit besser als ein toter Gegenstand. Der Erste, der neben humanistischen Gründen zur Abschaffung der Sklavenhaltung auch den wirtschaftlichen und damit zündenden Aspekt anführte, war Adam Smith. in seinem 1776 erschienenen Buch Der Wohlstand der Nationen (Eine Lese-Einführung). In Wikipedia ist zu lesen:

„Smith argumentierte sowohl aus moralischen Gründen, sowie aus Gründen der wirtschaftlichen Effizienz für die Abschaffung der Sklaverei. Die Erfahrung zu allen Zeiten und in allen Völkern beweist, wie ich glaube, dass die Arbeit eines Sklaven am Ende die teuerste ist…. Nur sehr profitträchtige Pflanzungen wie Tabak oder Zucker können, so Smith, die hohen Kosten der Sklavenhaltung (noch) tragen. Der Grund, weshalb die Arbeit von Sklaven, der von freien Männern zuweilen vorgezogen wird, ist, der Stolz, der den Menschen herrschsüchtig macht und dazu führt, dass ihn nichts mehr kränkt, als sich herablassen zu müssen, um Untergebene zu überzeugen. (engl. orig: The pride of man makes him love to domineer, and nothing mortifies him so much as to be obliged to condescend to persuade his inferiors. Wohlstand der Nationen, drittes Buch, Kap. 2)“

Schauen wir uns dann noch weitere humane Errungenschaften und den Nutzen für die Wirtschaft an:

Abschaffung der Kinderarbeit: Sowohl das Militär hatte sich über zu kleinwüchsige Jugendliche beschwert als auch die produzierenden Firmen. Kräftigere Jugendliche kämpfen besser und können auch härter anpacken und zudem viel länger arbeiten.

Bau der Kanalisation: Neben dem unerträglichen Gestank der im 19. Jahrhundert schnell gewachsenen Großstädte war ein großes Problem die Ausbreitung von Krankheiten aufgrund der extrem schlechten Hygienebedingungen. D.h. ein Mehr an Gesundheit brachte ein Mehr an wirtschaftlicher Leistung.

Einführung der Schulpflicht: wissendere Mitarbeiter können schneller angelernt werden und können kompliziertere Aufgabe erledigen. Also auch hier steht im Wesentlichen der wirtschaftliche Aspekt im Vordergrund.

Ich bin überzeugt, dass auch der Nutzen eines selbstbestimmten und damit intrinsisch motivierten Mensch mit seiner Kreativität und Innovationskraft leicht vom Unternehmer erkannt werden kann.

Schon Schiller sagte: „Denn nur vom Nutzen wird die Welt regiert.“ – Wallensteins Tod, I, 7 / Terzky

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Über Martin Bartonitz
Seit 21 Jahren beschäftigt mich das effiziente miteinander Arbeiten von Menschen. Zunehmend erkenne ich dabei die Vorteile des Kooperierens gegenüber dem des Konkurrierens und trete dafür ein. Sowohl auf der unternehmerischen als auch der gesellschaftlichen Ebene.

One Response to historische Beispiele für mehr Menschlichkeit zur Erhöhung von Produktivität …

  1. Handlungen sind immer an persönliche Motivationen gebunden, und sie finden stets in einem gesellschaftlichen, d.h.u.a. historischen Kontext statt. Wollen wir z.B. beurteilen, dass – um das Beispiel zu gebrauchen – Adam Smith in seiner Argumentation zur Abschaffung der Sklaverei neben ethischen auch ökonomische Argumente verwandte, so müssen wir bedenken: Was waren seinen persönlichen Motive? In welcher konkreten gesellschaftlichen Situation hat er argumentiert, wie er argumentierte? Nach Kenntnis beider Bücher von Smith und des gesellschaftlichen Kontext im England seiner Zeit ist meine Lesart: Um seiner Argumentation Nachdruck zu verleihen – im Sinne von: wie sage ich es, dass es nicht nur verstanden, sondern auch angenommen wird – hat er neben ethischen auch ökonomische Argumente verwandt. Wenn man dann das Schwergewicht auf die ökonomische Teil-Argumentation legt, dann kann das auch ein Spiegel des eigenen subjektiven Fokus sein. Wissenschaft bedeutet: Sie ist ein Spiegel von uns selbst, der uns die Chance gibt, unsere Subjektivität – zumindest partiell – zu erkennen. Und dann reflektiert ein höheres Mass an Objektivität zu erreichen. Das setzt im Sinne von Karl Popper Offenheit voraus. Im Gegensatz zu geschlossenen Weltbildern.

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