Über

Für alle, die einen echten Wandel in unserer Wirtschaft wollen;
für alle, die daran glauben, dass Top-Down nicht nur unmenschlich,
sondern auch unwirtschaftlich ist;
für alle, die davon überzeugt sind,
dass wir gemeinsam viel mehr leisten können als bisher –
und das auch noch mit mehr Freude!

Die Initiative WirtschaftsDemokratie (/Selbstorganisation) ist ein Open Source Projekt zur Unterstützung des Kulturwandels in unseren Unternehmen. Wie Studien zeigen, sind über 80% der Angestellten in Unternehmen und Organisationen nicht emotional an ihren Arbeitgeber gekoppelt. Damit schieben sie Dienst nach Vorschrift. Und am Ende haben sie innerlich gekündigt.

Die Unterstützer dieser Initiative sind davon überzeugt, dass die Unternehmer viel erfolgreicher sein können, wenn sie das Potential dieser 80% quasi verlorener Mitarbeiter heben. Dieses Blog soll mit Informationen über neueste Erkenntnisse und neue Methoden der Organisation aufzeigen, wie ein Kulturwandel vollzogen werden kann, der zu mehr Innovation und damit Erfolg führen wird. Darstellungen gelebter Praxis der neuen Arbeitskultur sollen Lust zum Mitmachen entfachen.

(Anmerkung vom 20.12.2012: es gibt inzwischen ein Interview zu Vision und Strategie auf BUERGERSTIMME.COM:  Initiative Wirtschaftsdemokratie: eine humandynamische Arbeitswelt)

erfolgreich

Der Struktur und die Kultur einer Organisation hat maßgeblichen Anteil am Erfolg eines Unternehmens und damit an seiner Nachhaltigkeit. Über Jahrhunderte galt das Paradigma der Hierarchie mit einem Denken von oben und der gehorchenden Durchführung unten als passend. Begleitend sahen die Wirtschaftswissenschaftler das Konkurrenzprinzip klar im Vorteil zu dem der Kooperation. Die Theorie des Homo Oeconomicus als dem puren Nutzenmaximierer galt bis zum Beginn der Finanzkrise 2008 als quasi unumstößlich. Inzwischen wandelt sich das Bild. Immer mehr Stimmen quer durch die Gesellschaft kommen zu der Erkenntnis, dass unsere alten, fast 100 Jahre alten Managementtheorien auf wackeligen Boden gebaut sind.

Der Mensch ist ein Energieverbrauchsminimierer. Und weil er erkennt, dass er in Kooperation viel schneller zu Ergebnissen kommen kann, ist er an erster Stelle ein Sozialwesen. Allein kommt er nur ein zeitlang weit.

intrinsisch

Nach Jahrhunderte alten Auffassungen sind Menschen von Natur aus faul und müssen daher über Anreize zu mehr Leistung motiviert werden. Diese Anreize können sowohl Belohnungen als auch Bestrafungen sein. Eine solche Motivation nennt sich extrinsisch, weil sie aus der Perspektive solcherart Motivierter von außen erfolgt.

Die neuen Erkenntnisse zeigen, dass jeder Mensch mit der Geburt höchst motiviert ist, über das gerade Interessierende zu lernen und zu schaffen. Wäre es anders, würde er nicht mit Begeisterung Greifen, Krabbeln, Laufen und Sprechen wollen. Und auch nicht probierend alles in sich aufsaugen. Erinnern Sie sich an das „Frag mich doch nicht Löcher in den Bauch?“. Diese Motivation ist intrinsisch.

Was uns begeistert, aktuell in höchstem Maße interessiert und berührt, da steigern wir uns rein. Wer mit BeGEISTerung bei der Sache ist, kommt in den Flow und für ihn ist eine Unterbrechung wenig willkommen.

zentripedal

Leider erfahren wir spätestens in der Schule ein anderes Lernen. Da gibt es einen Plan. Und ob es interessiert oder nicht, das wird durchgezogen. Mit Noten erpresst. Da wird die intrinsische Motivation regelrecht zerstört. Was zählt ist das, was der Lehrkörper in den Kopf drücken muss, um es später in Klausuren wieder zu erbrechen. Und das macht am Ende beiden, weder dem Schüler noch dem Lehrer wenig Spaß. Besser zeigt sich das in den alternativen Schulformen. Hier wird den Schülern der Freiraum gelassen, an dem zu Lernen, was gerade im Interesse steht. Das ist wie ein Sog. Da will man von allein mehr Erkenntnis gewinnen.

Der Naturforscher Viktor Schaumberger hat in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts erkannt, dass der Sog, der durch zentripedale Kräfte entsteht, deutlich mehr Energie entwickelt, als der auf zentrifugalen Kräften beruhende Druck. So schwimmen Forellen aufgrund ihrer Form mit Leichtigkeit starke Strömungen hinauf. Auch Flugzeuge fliegen nur, weil der Sog oberhalb der Flügel sie noch oben zieht.

Ein Team, das gemeinsam eine Vision entwickelt sowie die Ziele und Maßnahmen daraus abgeleitet hat, ist intrinsisch motiviert und wird dieser Motivation wie einem Sog folgen, ganz im Gegensatz zu einem drückenden Befehl, dessen Warum nicht erklärt wurde.

agil

Die Geschwindigkeit in der Entwicklung von neuem Wissen und neuen Techniken hat weiter rasant zugenommen. Hat es noch Jahrtausende gebraucht, um unsere Agrarkultur zu optimieren, waren es nur Jahrhunderte in der Industrialisierung, Jahrzehnte in der Computer-Technik und des Internets. Nun sind es nur noch wenige Jahre in der Vernetzung der Menschen weltweit durch die Social Business Anwendungen (Web 2.0 und 3.0). Die in ihnen enthaltenen Mitmachfunktionen führen zu einem spürbaren kulturellen Wandel. Wir erhalten in wenigen Minuten Antworten auf Fragen, für die noch die Vorgeneration Tage, wenn nicht Wochen benötigt hätte. Wer heute noch als Experteg alt, ist schon morgen von neuen überholt. Nun sind Methodenexperten gefragt, denen es gelingt, ein Team von Behinderungen und Demotivatoren zu befreien. Die in der Lage sind, Entscheidungskompetenzen dorthin abzutreten, wo die Erfahrung aufgrund des täglichen Tuns sind. So können sich die Organisationen agil an die rasant neuen Anforderungen anpassen. So muss nicht lange gewartet werden, bis eine Rückmeldung über mehrere Stufen der Hierarchien kommt.

In einem sich immer schneller drehenden Umfeld machen Business Planungen im Detail keine Sinn mehr. Die Pläne sind schon nach wenigen Wochen veraltet. Die Verfechter des Beyond Budgeting zeigen auf, dass es mehr auf die Auswertung von Daten ankommt, um die steuernden Maßnahmen schnell entscheiden zu können. Es wird darauf ankommen, die Informationsflut so zu beherrschen, dass nur die wirklich notwendigen Informationen zwischen den voneinander abhängigen Zellen der Organisation ausgetauscht werden.

Organisationen werden sowohl Hierarchien als auch Vernetzungen auf allen Ebenen nutzen, um schnelle Lösungen zu entwickeln und Entscheidungen schneller zu treffen. Es wird weniger geplant als gesteuert werden.

Mobilität

Mit den heutigen Technologien ist das Wissensarbeiten fast von überall möglich. Damit ergeben sich Freiheiten des Wo und Wann der Erledigung. Es wird nicht mehr gemessen, wie lange der Mitarbeiter gearbeitet hat. Sondern es wird um Ergebnisse gehen, die das Team in der aktuellen Aufgabenbesprechung bis zur nächsten zu erledigen beschlossen hat.

Die Organisation ist sich der Gefahr der Überarbeitung durch dauernde Erreichbarkeit bewusst und wird auf Einhaltung notwendiger, ungestörter Regenerationsphasen achten.

Die Freiheit in der eigenverantwortlichen Gestaltung in der Erledigung von Aufgaben wird die Motivation der Mitarbeiter weiter fördern.

Fazit

Die moderne Organisation betrachtet ihre Mitarbeiter als kompetent und höchst selbst motiviert. Vertrauen anstatt Kontrolle, Kooperation anstatt Konkurrenz wird gelebt. Sie ist transparent und vermeidet durch eine offene Informationspolitik eine Arbeitszeit-vernichtende Gerüchteküche. Sie holt das Wissen der Mitarbeiter für strategische Entscheidungen ab. Belohnt wird sie durch Loyalität und hohe Schaffensdrang.

Wenn Menschen das tun, was sie wirklich, wirklich wollen, dann sind sie mit Freude an der Arbeit. Dann ist auch das Thema Work-Live-Balance kein Thema mehr. Burn-Out Prävention ist gleich mitgemacht.

Open Source

Dieser Text als auch andere ist nicht in Stein gemeißelt und wird von allen aktiven Unterstützern mit verfasst. Aktiv meint hier, einen Autoren-Account zu besitzen und eigene Artikel zu posten.

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