Nehmt ihnen die Schokolade weg! Das Geheimnis psychischer Energien.


Wir wissen, dass das Personalmanagement (HR) nicht nur eine Funktion in den Firmen und Organisationen hat, sondern selbst eine Branche ist, die (manchmal möchte man meinen: um jeden Preis) rentabel gehalten werden muss. Klar – es gibt HR-Software, Assessment-Tools, Bewerber-Management-Systeme, Personalvermittlungen und -berater und es gibt die tausenden Firmen, die Seminare, Schulungen und Coachings anbieten. Damit all diese Unternehmen auch rentabel bleiben, gibt es Kongresse, Messen, Zeitschriften und vor allem die halbjährliche Sau, die durchs Personaler-Dorf getrieben wird. Wir denken an solche Begriffe wie „Burnout„, „Talentmanagement“ oder die Dauersau „Fachkräftemangel“, an die wir uns gewöhnt haben und die heute niemanden mehr schreckt. Verstehen wir uns richtig: Diese Themen sind wichtig und benötigen kontinuierliche Arbeit vor Ort, aber keine Medien-Konvulsionen. Es stellt sich der Verdacht ein, dass nicht gewollt ist, solche Probleme zu lösen, bevor nicht neue Geschwüre entdeckt wurden, die man teuer behandeln muss.

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Selbstmanagement unendlicher psychischer Energien (Foto von Special Marys)

Ein neues großes Thema ist das „Gesundheitsmanagement“. Keine Fachzeitschrift, kein Kongress, kein Seminar, wo dieses Thema nicht diskutiert wird. Langfristig ergeben sich daraus tolle Schulungen und Zertifikate, die man den Unternehmen verkaufen kann. Im von mir sehr geschätzten Magazin Human Resources Management kann man dazu ein Interview mit Professor Bernhard Badura lesen, dass mit dem kruden Titel Unsere psychischen Energien sind endlich überschrieben wurde. Ein Glück kommt dieser Satz im Interview selbst nicht vor. Er stimmt auch gar nicht. Unsere psychischen Energien sind nicht endlich, wenn man mal vom Tod des Gehirnträgers absieht, der hier aber nicht gemeint war. Die Metapher von der endlichen Energie legt nahe, dass wir da eine Art Kohlekraftwerk im Kopf haben, dem der Rohstoff ausgeht. Das ist natürlich totaler Quatsch. Wir Menschen als Produzenten der „psychische Energien“ sind das Musterbeispiel von erneuerbaren Energien, wenn wir mit uns selbst nachhaltig umgehen. Und dieser Umgang will gelernt werden, z.B. indem wir gesund essen, uns genug bewegen und uns nicht überarbeiten. Dafür sollen nun also verstärkt die Unternehmen sorgen.

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Gilbert Dietrich – Autorenvorstellung


Gilbert-PR-03Da ich bereits lange von der Notwendigkeit einer Demokratisierung unserer Wirtschaft in globalen und lokalen Dimensionen überzeugt bin, kam die Möglichkeit, diese Initiative als Mitbegründer zu unterstützen, keinen Augenblick zu früh. Als Personalleiter im E-Commerce (mit 2000 Mitarbeitern von IT über Marketing bis Support) arbeite ich an den – im doppelten Sinn des Wortes – spannenden Schnittstellen zwischen Menschen und Prozessen, zwischen individuellen Ambitionen und Unternehmenszielen, zwischen Ökonomie und Psychologie. Jeden Tag lerne ich auf jeder dieser Ebenen enorm dazu und jeden Tag habe ich die Möglichkeit an jeder dieser Ebenen konkret einzugreifen, Dinge zu verändern, Zustände zu verbessern und notwendige Fehler bei Zeiten zu korrigieren. Als zertifizierter Executive Business Coach und studierter Philosoph arbeite ich nebenher an meinem Projekt Geist und Gegenwart, das mir erlaubt die Randgebiete meiner Fähigkeiten und Interessen zu erkunden, die Grenzen weiter hinauszuschieben und mit Klienten und Partnern in Kontakt zu kommen. Bei all dem steht für mich die Idee im Zentrum, durch ein bewusstes Leben die eigenen Maßstäbe und Bedürfnisse in Einklang mit einem nachhaltigen gesellschaftlichen Zusammenleben zu bringen.

Auf dem Weg zu paradiesischen Arbeitsbedingungen?


Der Grundgedanke muss sein, erwachsene Mitarbeiter nicht wie Kinder zu behandeln!

Bundesarchiv B 145 Bild-F038809-0007, Wolfsburg, VW Autowerk, Werksausgang
Aus der amerikanischen Corporate Culture kommend, interessiere ich mich immer für die transzendenten Ziele und Werte von Unternehmen. Solche übergreifenden Prinzipien scheinen in deutschen Unternehmen zu oft zu fehlen. Als Deutsche empfinden wir so etwas als typisch amerikanisch und vielleicht erinnert es uns sogar an religiöses Sendungsbewusstsein. In Wirklichkeit kommt hier aber der amerikanische Pragmatismus durch. Wie soll mein Team etwas erreichen können, das ich selbst nicht einmal klar formuliert und für alle niedergeschrieben habe? Außerdem: Was ist falsch daran, mehr zu wollen, als nur schnöden Profit? Im folgenden die 10 Prinzipien und Werte der brasiliansichen Firma Semco:

  1. Wir sind eine verlässliche Firma
  2. Ehrlichkeit und Transparenz wiegen mehr als alle kurzfristigen Interessen
  3. Wir finden eine Balance zwischen Mehr von diesem Beitrag lesen

Human Ressources: Nutzt du noch oder entfaltest du schon?


Im Zweifelsfall fällt man in schwierigen Situationen immer auf das Bewährte zurück. Und das Bewährte ist […] das, was wir als Ressourcennutzungskultur entwickelt haben.
(Gerald Hüther in: Human Ressources Manager 05/2011)

Let Your Imagination Take Flight by Igor Morski
Das Gehirn zu nutzen, ist eine Sache. Seine Potenziale zu entfalten, eine ganz andere. Oftmals sind unsere Arbeitsplätze, ja unser ganzes Leben, so organisiert, dass die Nutzung der offensichtlichen Potenziale im Vordergrund steht. Die Entfaltung neuer Potenziale, die Innovation, Kreativität und Begeisterung können dabei verloren gehen. Im Job ist es neben den „Werkzeugen“ vor allem die Wertschätzung, die Mitarbeitern entgegen gebracht wird und sie dazu befähigt, die Potenziale ihrer Gehirne zu entfalten. Die zwei wesentlichen Voraussetzung für solch eine Wertschätzung sind laut Gerald Hüther das Übertragen wirklicher Verantwortung und das Vermitteln von Zugehörigkeit. Soweit das implizit noch nicht inbegriffen ist, würde ich noch hinzufügen: respektvolle Kommunikation.

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