Nick Mott


Nick Mott

Nick Mott

Ich bin Berufsreitlehrer und meine systemischen Erkenntnisse und die daraus abgeleiteten Prinzipien bzw. pragmatischen Algorithmen beruhen zuallererst auf meiner beruflichen Praxis.

Was sich hier nicht bewährt, wird von mir eben auch nicht vertreten, da meine Aussagen letztlich auf authentischen Eigenerfahrungen mit Praxiserfolgsnachweis beruhen müssen, um die nötige „credibility“ zu gewährleisten.

Das Berufsbild des Reitlehrers in seiner Bedeutung für Erkenntnisse zur Systemtheorie wird weitgehend unterschätzt, gleichwohl bereits 1964 im Mayer´schen Wirtschaftswissenschaftslexikon die Beziehung von Pferd und Reiter beispielhaft für Kybernetik angeführt wurde.^^

Bei der Ausbildung und Führung von Pferden muss man sich folgendes vor Augen halten:

  • Das Pferd ist eine Art Alien für den Menschen – es hat in weiten Teilen extrem unterschiedliche Wahrnehmungsweisen und Prioritäten
  • es spricht nicht unsere Sprache und wir nicht die seine
  • virtuelle, ideelle und abstrakte Modelle sind dem Pferd weitestgehend unzugänglich
  • seine Bewertungsmatrix erschöpft sich in: „Tut mir (mehr/weniger) gut“
  • es ist mindestens 10x so stark wie ein durchschnittlicher Mensch
  • es hat Reflexe im 100 Millisekundenbereich, da wurde bei uns noch nicht mal das Mehr von diesem Beitrag lesen

Kant und Selbstorganisation


Warum dieses Thema?
Es gibt doch schon „Open Space“, das Prinzip der „Genossenschaftlichen Selbstverwaltung“ oder die „Ökonophysik“ usw. bzw. kybernetische Theorien zum Thema von Hermann Haken, Heinz von Foerster, Peter Senge etc.?

Die einfache Antwort darauf lautet:
Jedes dieser praktischen Systeme bzw. jede dieser System-Theorien dazu haben aus meiner Sicht ein und dasselbe Defizit, das ihrer ureigenen Intention im Wege steht – sie sind systematisch (also blaupausenmäßig und planabhängig) begründet!

Einfacher ausgedrückt:
Es gleicht dem Versuch, Spontaneität zu „konstruieren“ oder durch ideelle Modellverordnung alle Fußgrößen in ein und desselben Schuh zu zwängen und zu erwarten, dass sich so Fortschritt erzwingen bzw. verbessern lässt.

Wer sich nun Beispiele von Selbstorganisation in der Natur ansieht, der kann unschwer erkennen, dass es in keinem Fall einen „Demiurgen“ (so eine Art Sklavengaleerenkonstrukteur und -kapitän in Personalunion) gibt, der, wenn auch unsichtbar oder nur sporadisch auftretend, die Mehr von diesem Beitrag lesen

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