Modeler Camp 2013 in Berlin: Lassen Sie uns dort treffen und diskutieren


Ich wurde von den beiden Geschäftsführern der Consideo GmbH in Lübeck gebeten auf dem diesjährigen Modeler Camp am 6. Mai in Berlin einen Vortrag zum Thema Komplexität und Vernetztes Denken zu halten. Dieser Bitte werde ich sehr gerne nachkommen. Details zu der Veranstaltung finden Sie hier.

Ich möchte in diesem Post einen kurzen Abriss meines Vortrages geben. Vielleicht haben Sie ja Interesse und wir sehen uns auf dem Camp und können dann darüber und über viele andere Themengebiete diskutieren.

Wie gesagt werde ich in meinem Vortrag den Begriff Komplexität auf die Wirtschaft reflektieren. Sehr oft höre ich, dass Unternehmenslenker die Herausforderung haben mit der wachsenden Komplexität umzugehen. Diese These möchte ich in meinem Vortrag konkretisieren.

Ich werde den Begriff Komplexität definieren und dabei auf die Entwicklung der Wirtschaft vom Handwerkzeitalter bis in das Netzwerkzeitalter spiegeln. Basierend auf diesen Erkenntnissen möchte ich dann mit den Zuhörern einen “Deep-Dive” in die Interaktionen von Unternehmen mit dem Markt vollziehen und dabei konkrete Beispiele aus der Praxis anbringen, die den Begriff Komplexität verdeutlichen. Dabei werde ich Komplexität in verschiedene Facetten zerlegen, beispielsweise in Eigen- und Fremdkomplexität oder in bezahlte und nicht bezahlte Komplexität. Damit, so bin ich mir sicher, habe ich die Basis gelegt, um die Methode des Vernetzten Denkens als gewinnbringende Methode zur Handhabung der Komplexität in Unternehmen vorzustellen und Anwendungsgebiete zu formulieren.

Ich freue mich Sie auf dem Camp zu treffen.

Über Conny Dethloff
Conny privat 2Diplom-Mathematiker und in der Wirtschaft tätig seit 1999. Berater und Manager mit Fokussierung auf die Themenbereiche Information Management und Change Management. Autor der beiden Bücher The Race – Change Management mit dem ChangeModeler und Von einem der auszog die Wirtschaft zu verstehen: Auszüge aus dem Logbuch der Reise sowie seines Logbuchs der Reise des Verstehens.

Die Menschheit und der Bleistift


1958 hat der Autor Leonard Read sein Essay „I, Pencil“ in der Zeitschrift The Freeman veröffentlicht. Dieses Essay schafft es auf wenigen Seiten die Großartigkeit und den Schaffensdrang der Menschen darzustellen, wenn sie freiwillig handeln dürfen. Auf Basis dieser Schrift wurde letztes Jahr ein großartiges Video erstellt, welches es seit Anfang diesen Jahres auch auf deutsch gibt. Es sind knapp 7 Minuten, die einem erneut bewusst machen können, wie komplex unsere Welt und die Beziehungen unter seinen Bewohnern sind. Anhand eines alltäglichen Gebrauchsgegenstandes, dem Bleistift, zeigt dieses Video, dass direkt und indirekt unzählige Menschen auf der ganzen Erde an seinem Erschaffen beteiligt sind. Und dieses kleine Wunderwerk entsteht ohne zentrale Planung einer Person, eines Unternehmens oder eines Staates: es ist Ergebnis der natürlichen Ordnung.  Mehr von diesem Beitrag lesen

Unsere Welt wird immer komplexer. Hilft daher bald nur noch die Intuition des Teams?


Ich hatte in meinem gestrigen Artikel zu den cpp studios als Beispiel für ein wirtschaftsdemokratisch organisiertes Unternehmen erwähnt, dass wir bei SAPERION auch neue Methoden des Arbeitens eingeführt haben. Da mich das, was mit Menschen in sich selbstorganisierenden Teams passiert, stark zum Nachdenken brachte, ließ mich das Thema seitdem nicht mehr los uns so schrieb ich in einer der heißen Sommernächte in 2010 folgenden Artikel auf dem SAPERION Blog:

Unsere Welt wird immer komplexer. Laut Prof. Peter Kruse hilft als Strategie bald nur noch die Intuition des Teams

Seitdem wir bei uns SCRUM als Methodik zur Softwareentwicklung eingeführt haben, geht mir der Begriff des sich selbstorganisierenden Teams nicht mehr aus dem Kopf. Und gerade hat es wieder Klick gemacht. Weil es noch zu heiß zum Schlafen war, habe ich ein wenig im Netz geforscht und haben mir einen hoch interessanten, fünf-minütigen Vortrag zur Beurteilung komplexer Probleme von Prof. Peter Kruse angehört: Mehr von diesem Beitrag lesen

Den Wettlauf mit der Komplexität können wir nicht gewinnen, müssen ihn aber eingehen


Ich habe in meinem Kommentar zu Andreas’ Rezension zum Buch Der Schwarze Schwan – Konsequenzen aus der Krise zwei Fragen in Bezug zu Komplexität aufgeworfen.

  1. Was denn nun, Komplexität minimieren oder Komplexität erhöhen?
  2. Bedeutet Komplexität mit Einfachheit begegnen überhaupt, dass Komplexität minimiert werden soll?

Die zweite Frage habe ich in dem Post Komplexitäten entstehen aus Einfachheiten, sind aber schwer zu handhaben aus meiner Sicht beantwortet.

Nein, es bedeutet nicht, dass wir Komplexität minimieren sollen. Die Einfachheit liegt hier in den Handlungsanweisungen, die aber trotzdem in der Wahrnehmung des Ergebnisses Komplexität erkennen lassen.

Die Beantwortung der ersten Frage möchte ich in diesem Post einlösen und dabei vor allem darauf eingehen, warum wir die Komplexität erhöhen müssen.
Wenn man über Komplexität spricht oder schreibt, muss man diese natürlich erst einmal definieren. Im Netz lassen sich sehr viele Definitionen ausfindig machen. Ich tendiere zu der von dem Kybernetiker Heinz von Förster, der sagt.

Eine Situation ist je komplexer, desto größer die Anzahl der Zustände sind, die diese Situation in der Zukunft annehmen könnte.

Das bedeutet also, Komplexität ist die Maßzahl für Vorhersagbarkeit einer Situation. Hier kann man auch sehr schön den Unterschied zur Kompliziertheit ziehen. Kompliziertheit ist nämlich die Maßzahl für das notwendige Wissen für die Beherrschbarkeit einer Situation ist. Alleine an dieser Unterscheidung erkennt man schon, dass Komplexität in erster Linie nicht mit Wissen in Verbindung gebracht wird. Man kann also noch so viel wissen, dem Beherrschen der Komplexität nähert man sich damit nicht, oder doch? Lassen Sie uns diese Frage mal beleuchten.

Sie kennen doch sicherlich das Grimm-Märchen Mehr von diesem Beitrag lesen

Komplexitäten entstehen aus Einfachheiten, sind aber schwer zu handhaben


Ich habe in meinem Kommentar zu Andreas‘ Rezension zum Buch Der Schwarze Schwan. Konsequenzen aus der Krise angedeutet, dass ich zum Thema Komplexität meine Gedanken und Ideen darlegen möchte.

Auf dem ersten Blick hört sich die im Titel postulierte Aussage vielleicht paradox oder zumindest eigenartig an. Ich werde in diesem Post ein wenig Licht in diese These bringen und Reflexionen auf Denk- und Handlungsschemata im Umgang mit komplexen Situationen geben.

Komplexitäten entstehen aus Einfachheiten …

Wir Menschen sind der festen Überzeugung, kommend aus einer mechanistisch-technokratischen Sicht, die im 17. Jahrhundert mit dem Aufblühen der Naturwissenschaften geweckt wurde, dass komplexes Verhalten oder komplexe Zusammenhänge stets aus komplexen Verfahrensanweisungen oder komplexen Teilen bestehen muss. Das wir hier einem Irrglauben erlegen sind, möchte ich an einem Beispiel aus der Praxis belegen.

Es geht um das Fangen eines Balles, was ein sehr komplexer Vorgang ist. Würden wir als Ballfänger beginnen, diesen Vorgang in seine Einzelteile zu zerlegen, diese zu evaluieren und zu lösen und dann letzten Endes zu einem Algorithmus zu integrieren, welche das Verhalten abbildet, müssten wir nicht nur ballistische Berechnungen anstellen, sondern auch noch die aktuellen Umgebungsparameter wie Windrichtung und -geschwindigkeit, den aktuellen Luftwiderstand des Balles, die Oberflächenbeschaffenheit des Balles, die Beschaffenheit des Bodens, auf dem wir uns bewegen usw. mitberechnen. Würde diese Prozedur ausgeführt, ganz abgesehen davon, die notwendigen Variablen überhaupt messen zu können, wäre der Ball längst auf dem Boden, während wir noch rechnen würden. Des Weiteren beobachten wir selbst Kinder, die von solchen Berechnungen kein Wissen haben, dass sie in der Lage sind, Bälle zu fangen. Die intuitive Regel, die wir Menschen anwenden ist jedoch sehr einfach. Sie lautet: Richte den Blick auf den Ball, beginne zu laufen und passe die Geschwindigkeit so an, dass der Blickwinkel zum Ball konstant bleibt. Prof. Dr. Gerd Gigerenzer beschreibt in seinem Buch Bauchentscheidungen: Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition diesen Vorgang als Blickheuristik, welcher in der folgenden Abbildung dargestellt ist, die ich seinem Buch der Seite 18 entnommen habe: Mehr von diesem Beitrag lesen

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