Benjamin Button und Unternehmensplanung


Kennen Sie den Film Der seltsame Fall des Benjamin Button? Wenn ja, glauben Sie daran, dass man alt geboren wird und dann immer jünger wird? Nein? Glauben Sie an die Prozesse der Unternehmensplanung, wie sie heute in Unternehmen praktiziert werden? Ja? Das verstehe ich nicht und ich versuche das zu erklären.

Viel zu häufig wird Planung zu kurz gefasst. Es wird nämlich die reine Planerstellung darunter verstanden. Schauen wir uns typische Planungsszenarien in Unternehmen an, erkennen wir, dass der Plan in (mehreren) Runden finalisiert wird und die Zahlen dann “in Stein gemeißelt sind”. Sie werden nicht mehr angefasst. Zur Planung gehört aber nicht nur die Erstellung des Plans sondern auch die Durchführung und die gegebenenfalls notwendige Anpassung des Plans. Das impliziert natürlich auch eine weitere Disziplin, nämlich die Überwachung des Plans. Die 3 Disziplinen Durchführung, Anpassung und Überwachung des Plans kann man nur dann u.U. aussparen, wenn man an die Determiniertheit der Welt glaubt, wenn man nämlich daran glaubt, dass die Zukunft vorhersagbar ist.

Zur Determiniertheit führe ich gerne das Planungsparadoxon an. Dieses besagt folgendes. Je genauer vorhersagbar die Zukunft ist, je stärker sie also determiniert ist, desto besser funktioniert die Planerstellung. Je stärker aber die Zukunft determiniert ist, desto weniger hat ein Unternehmen Einfluss auf sie, das heißt desto sinnloser ist die Planerstellung. Denn es passiert ja sowieso, was passieren soll. Warum aber hängen die Menschen so extrem an dem Mehr von diesem Beitrag lesen

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Modeler Camp 2013 in Berlin: Lassen Sie uns dort treffen und diskutieren


Ich wurde von den beiden Geschäftsführern der Consideo GmbH in Lübeck gebeten auf dem diesjährigen Modeler Camp am 6. Mai in Berlin einen Vortrag zum Thema Komplexität und Vernetztes Denken zu halten. Dieser Bitte werde ich sehr gerne nachkommen. Details zu der Veranstaltung finden Sie hier.

Ich möchte in diesem Post einen kurzen Abriss meines Vortrages geben. Vielleicht haben Sie ja Interesse und wir sehen uns auf dem Camp und können dann darüber und über viele andere Themengebiete diskutieren.

Wie gesagt werde ich in meinem Vortrag den Begriff Komplexität auf die Wirtschaft reflektieren. Sehr oft höre ich, dass Unternehmenslenker die Herausforderung haben mit der wachsenden Komplexität umzugehen. Diese These möchte ich in meinem Vortrag konkretisieren.

Ich werde den Begriff Komplexität definieren und dabei auf die Entwicklung der Wirtschaft vom Handwerkzeitalter bis in das Netzwerkzeitalter spiegeln. Basierend auf diesen Erkenntnissen möchte ich dann mit den Zuhörern einen “Deep-Dive” in die Interaktionen von Unternehmen mit dem Markt vollziehen und dabei konkrete Beispiele aus der Praxis anbringen, die den Begriff Komplexität verdeutlichen. Dabei werde ich Komplexität in verschiedene Facetten zerlegen, beispielsweise in Eigen- und Fremdkomplexität oder in bezahlte und nicht bezahlte Komplexität. Damit, so bin ich mir sicher, habe ich die Basis gelegt, um die Methode des Vernetzten Denkens als gewinnbringende Methode zur Handhabung der Komplexität in Unternehmen vorzustellen und Anwendungsgebiete zu formulieren.

Ich freue mich Sie auf dem Camp zu treffen.

Über Conny Dethloff
Conny privat 2Diplom-Mathematiker und in der Wirtschaft tätig seit 1999. Berater und Manager mit Fokussierung auf die Themenbereiche Information Management und Change Management. Autor der beiden Bücher The Race – Change Management mit dem ChangeModeler und Von einem der auszog die Wirtschaft zu verstehen: Auszüge aus dem Logbuch der Reise sowie seines Logbuchs der Reise des Verstehens.

Systemarchetypen enttrivialisieren Entscheidungssituationen – Problemverschiebung


In diesem dritten Post meiner Reihe zu den Systemarchetypen und ihrer Modellierung und Erläuterung im Consideo iModeler geht es um die immer wieder in Entscheidungssituationen wahrgenommene zu wenige Fokussierung auf Verzögerungen und Ganzheitlichkeiten.

Ein Problem soll gelöst werden und Aktivitäten zur Lösung dieses Problems werden gestartet, aber keine “Besserung” ist sichtbar. Man versteift sich auf andere Lösungsmöglichkeiten, die dann kurzfristig positive Wirkungen zeigen, die aber mittel- und langfristig das Problem verschlimmern. Sie verschieben das Problem.

Wir behandeln den Systemarchetyp “Problemverschiebung”

Es geht also auf der einen Seite darum, dass wir Menschen ein unzureichendes kognitives Verständnis über Dynamiken in Rückkopplungsschleifen aufweisen. Wir denken linear, und können dadurch relativ schlecht mit Verzögerungen in Wirkkreisen umgehen, die auf Nichtlinearitäten beruhen. Details dazu können Sie gerne in meinem Post Entscheidungen: Mit System Dynamics dem BI Wirkkreis Leben einhauchen nachlesen.

Ein Fakt, der dieses Verhalten von Entscheidern in Unternehmen aber noch verstärkt, ist der, dass Unternehmen, durch die Finanzwirtschaft gegeißelt, immer frühzeitiger Mehr von diesem Beitrag lesen

Systemarchetypen enttrivialisieren Entscheidungssituationen – Reparaturdienstverhalten


Im ersten Post der Reihe zu den Systemarchetypen mit dem Titel Systemarchetypen enttrivialisieren Entscheidungssituationen – Grenzen des Wachstums habe ich meine Motivation dargelegt, diese Reihe zu starten. Heute möchte ich einen Archetyp vorstellen, der bei Senge so nicht aufgeführt wird, der für mich aber trotzdem ein beobachtbares Verhalten von Menschen beim Umgang mit komplexen Situationen ist; insbesondere beobachtbar von Managern, Führungskräften oder grundsätzlich von Entscheidern in Unternehmen.

Bevor ich mit dem nächsten Systemarchetyp loslege, möchte ich nicht versäumen Sie auf mein Tutorial zum System Dynamics Modellieren mit dem Consideo Modeler aufmerksam zu machen. Dieses Tutorial ist nun auch über eine Playlist auf youtube verfügbar.

Es geht also um den Archetyp “Reparaturdienstverhalten”.

Was versteht man unter dem Begriff Reparaturdienstverhalten? Ist man diesem Verhaltensmuster erlegen, sucht man stets nach seinen wichtigsten und bedeutendsten Problemfällen und Aufgaben, fokussiert sich komplett auf diese und spendiert seine ganze Energie in diese eine Situation. Alles Andere wird für den Moment ausgeblendet. Hat man diese Situation dann aus seiner Sicht gemeistert, sucht man das nächste Problem usw. usf. Da man bei diesem Verhalten die Vernetzung der einzelnen Problemsituationen ignoriert, repariert man also nur, so wie der Name schon sagt. Man setzt die Kurzfristbrille auf und lässt die Langfristbrille im Mehr von diesem Beitrag lesen

Systemarchetypen enttrivialisieren Entscheidungssituationen – Grenzen des Wachstums


Situationen, in denen Menschen beteiligt sind, sprich in “lebendigen” Situationen, sind laut des Kybernetikers Heinz von Förster prinzipiell nicht entscheidbar; und zwar deshalb nicht, weil Menschen “nicht-triviale Maschinen” sind. Die Entscheidungen sind stets eine Wette in die Zukunft. Damit unterscheiden sie sich von Situationen, wie beispielsweise das Lösen einer Rechenaufgabe wie “1+1″. Diese Situation ist bereits entschieden, muss also deshalb nicht mehr von Menschen entschieden werden.

Trotzdem müssen wir aber in prinzipiell nicht entscheidbaren Situationen entscheiden. Genau diese Tätigkeit macht unter anderem das Führen von Unternehmen aus. Die Schwierigkeiten des Entscheidens in prinzipiell nicht-entscheidbaren Situationen haben sich in der Vergangenheit findige Menschen zu Nutze gemacht und Modelle entwickelt, die diese Entscheidungen unterstützen sollen. Nur leider haben viele dieser Modelle einen entscheidenden Nachteil. Sie erfassen nicht die Dynamik dieser Situationen. Diese Modelle sind nämlich statisch. Dynamik, die Situationen oftmals erst so komplex erscheinen lassen, können Sie in dem von der Consideo GmbH erstellten Fitnesstest in Entscheidungssituationen nachvollziehen. Selbst in scheinbar einfachen Situationen haben wir enorme Schwierigkeiten ohne adäquate Hilfsmittel zu entscheiden. Nehmen Sie sich beispielsweise die scheinbar einfache Aufgabe “Tuchstärke” in diesem Test vor und überprüfen Sie sich selbst.

Ich habe eben adäquate Hilfsmittel erwähnt. Was könnten adäquate Hilfsmittel sein? Auf jeden Fall müssten diese Hilfsmittel oder Modelle die Dynamik der Nichtlinearitäten erfassen. Diese Dynamik kommt in lebenden Situationen durch Rückkopplungsschleifen zu Stande. Und genau diese Rückkopplungsschleifen legt Mehr von diesem Beitrag lesen

Internet: Effiziente Nutzung sozialer Netzwerke ermöglicht neues Wirtschaftssystem


internetSoziale Netzwerke bieten neben dem klassischen Zeitvertreib, in vielerlei Hinsicht konstruktive Möglichkeiten neue Ideen effizient umzusetzen. Spätestens seit der Geburtsstunde des Facebooks weiß ein jeder, dass soziale Netzwerke zum menschlichen Alltag gehören. Während 2001 erst 37 Prozent der deutschen Bevölkerung das Internet nutzten, liegt jener prozentuale Anteil im Jahr 2012 bei 75,60 Prozent. Ein rasanter Anstieg, welcher zweifelsohne aufgrund eingeführter DSL-Flatrates Ende der 90er Jahre ermöglicht wurde.

Zuvor diente das Internet hauptsächlich als Universitätennetzwerk. Private Haushalte konnten zwar analoge Leitungen nutzen, später ISDN, gleichwohl war es eine kostenintensive Angelegenheit, da erst kurz vor DSL-Einführung ISDN-Flatrates kurzzeitig begrenzt verfügbar waren. Angesichts jener langsamen Verbindungsgeschwindigkeiten sowie minutengenauer Abrechnung verwendeten Nutzer damals das Internet wesentlich effizienter.

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Open(ing) Space für Nichtwissen – Teil 8


Lehrer LaempelLiebe LeserInnen,

heute gibt’s, zum Abschluss vor Weihnachten den letzten Teil der Artikelserie „Open(ing) Space für Nichtwissen“ von Harrison Owen. Ich hoffe, der Artikel oder Teile davon waren wertvoll für Euch. Ich wünsche Euch auch an dieser Stelle schöne Weihnachten, eine kreativ-besinnliche Zeit zwischen den Jahren, einen guten Rutsch und natürlich ein tolles Jahr 2013. Mögen wir gemeinsam im kommenden Jahr viel bewegen!

Herzlich, Andreas

„Lernen lernen – Das Geschenk des Nichtwissens

Was haben wir also über Lernen gelernt? Was haben wir über das Streben, die Aneignung und Aufrechterhaltung von Wissen gelernt? Wie würden wir ein wirklich stabiles Wissensmanagement betreiben? Eine einfache Antwort könnte sein: Open Space.

Diese Antwort würde für viele nicht befriedigend sein. Würde man sich in verschiedenen Situationen im Wissensmanagement auf die elegante Einfachheit von Open Space Technologie einlassen, so ist es sehr wahrscheinlich, dass einige passende Antworten gefunden werden würden oder zumindest die Frage besser verstanden wäre.

Für die meisten Situationen, in denen jedoch Open Space Technologie nicht möglich oder praktikabel ist, glaube ich, dass es letztlich zwei fundamentale Imperative gibt: 1) Ehre das Nichtwissen. 2) Respektiere die Kraft der Redundanz. Zweifellos gibt es eine Menge mehr Ratschläge, aber diese zwei setzen sich über viele konventionellen Weisheiten und Praktiken hinweg, wenn es um die Erzeugung von Wissen geht. Es ist deshalb wahrscheinlich, dass sie bei Vorhaben vergessen oder vermieden werden.

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